Jahresrückblick 2020 – ein verrücktes Jahr – Part 2: Juli bis Dezember

Hier unser persönlicher Jahresrückblick. Man man man…es ist einiges passiert. Am Anfang des Jahres war unsere Vorstellung vom Jahresablauf eine völlig andere, aber dann kam 2020.

Hast du schon Part 1 gelesen?

Ja? Gut dann lies hier interessiert weiter!

Nein? Dann zunächst zu Part 1 klickern um die gaaaanze Geschichte zu lesen!

Juli

Nachdem der Dachstuhl an unserer Toilette soweit wieder instandgesetzt war, wurde das Behelfsdach abgebaut…

und wir konnten die freigewordene restliche Dachfläche einlatten. Jetzt wieder von oben nach unten, damit wir an die bereits oberhalb liegenden Holzfaserdämmplatten anschließen konnten.

Die innenliegende Dachrinne musste im Bereich der Toilette erneuert werden. Die Holzunterkonstruktion war schon schwierig, die darauffolgende Blecheinlage war dann richtige Fusselarbeit. Trotzdem ist sie sehr sehr schön geworden. Dinge die viel Zeit benötigen sind halt auch meist sehr hübsch… und teuer und nervig… aber eben auch sehr hübsch 😍.

Mit der neuen Holzlieferung aus dem lokalen Sägewerk konnten wir weiter an unserem Dachstuhl arbeiten. Das Abladen der Ware erfolgt hierbei immer eher pragmatisch und zeitsparend.

Für einen Schornstein braucht man einen Kopf. Aber wie macht man den und wie macht man den so, dass er möglichst lange hält? Nach einigen Überlegungen und Fachgesprächen mit Leuten die sowas in der Art schon mal gemacht haben, sind wir zum Entschluss gekommen, den unteren Teil unseres Schornsteinkopfes zu gießen und ihn dann oberhalb mit Blech zu verkleiden. Zum Gießen braucht man eine Form und irgenwie wäre es gut, wenn man die nicht ständig neu bauen müsste. Also keine verlorene sondern eine teilbare Form! Aber wie bekommen wir die Rundungen und das alles hin? Schaut selbst.

Zunächst wird da gesägt und geschraubt…

und ähhh… ja… etwas gespielt 🛷 😂

und dann hat man zwei Hälften die auf’s Dach müssen. So schnell geht das!

Danach werden sie in schwindelerregender Höhe ausgerichtet und zusammengeschraubt…

Bis dann der Beton reinkommt und fertig ist der Schornsteinkopf. Parallel wurde der zweite Schornstein auf der Nordostseite aufgemauert.

Sonja hat Geburtstag! Und deswegen bekommt unsere Gartenliebhaberin eine Kräuterspirale. Die Natursteine sammeln wir auf dem Grundstück ein bzw. graben sie mühsam aus. Dafür wird Manpower benötigt! Die bekommen wir von unseren Freunden, die alle fleißig mitgeholfen haben. Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Sogar ein kleines Wasserreservoir gibt es.

Am Haus gehen derweil die Arbeiten an den Schornsteinen am First weiter. Da wird gaaanz gaaanz oben fleißig gestampft und gewerkelt. Der Schwarze Fleck ganz oben auf dem Dach ist übrigens nicht der Schornstein 😨.

Auch an den verlorengegangenen Schleppgauben geht es voran.

Ende Juli bekommen wir Besuch. Ja und…? Nix Besonderes aber das Gefährt, ein Iveco-Magirus 110-17 AW 4×4 von der Bundeswehr, ist ein sehr cooler Expeditionslaster. Auch wenn für dessen Einfahrt unsere Nussbäume etwas beschnitten werden mussten, hat es doch letztendlich super gepasst. Bisher war dies das größte Gefährt welches unser „Tor“, oder besser gesagt die Reste davon, passiert hat. Die Bezwinger dieses Ungetüms waren zwei junge Damen, die einen Roadtrip durch Deutschland gemacht haben. Schön, dass ihr da wart 🥳.

Nach dieser willkommenen Abwechslung ging es weiter mit der Maloche. Das Gerüst um unseren Treppenhausturm muss erweitert werden, damit der Dachstuhl wieder in seiner ursprünglichen Form aufgebaut werden kann. Dazu brauchen wir oben drauf, na wer hätte es gedacht, ein neues Behelfsdach, damit nüx nass wird und wir muckelig untendrunter arbeiten können. Also erneut, Gerüstteile auf’s Dach bringen und in schwindeleregender Höhe montieren.

Ab und zu kamen auch wagemutige Helfer aus dem fernen Brandenburg denen auch die Höhe nichts anhaben konnte. Zum Feierabend konnte dann die Aussicht bei einem Bierchen genossen werden. Jaaanz romantisch wa?

Endlich ist es soweit, nachdem wir uns lange Gedanken gemacht haben, wie wir was aufteilen oder eben auch nicht aufteilen können, haben wir uns letztendlich für die Rechtsform der Gessellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR entschieden. Nach unendlich spannenden Diskusionen über den Inhalt 🥱 wird am 27.07.2020 in Winsen an der Luhe der Gesellschaftsvertrag von uns unterschrieben. Von jetzt an bin ich nicht mehr alleiniger Herrscher über unser Reich 😲.

Juhu das neue Klingelschild kann angebracht werden. Jetzt braucht es nur noch eine Klingel!

Im Haus wurde derweil angefangen die ersten Zimmer für die Renovierung vorzubereiten. Nicht nur dabei haben uns „die Eltern“ von Sonja seit Beginn der Sanierungsmaßnahmen sehr unterstützt.

Vielen Dank dafür liebe Eltern 💕.

August

Nachdem das Gerüst um den Treppenhausturm stand musste noch die Unterkontruktion für das Behelfsdach gebaut werden. Mit einer freistehenden Breite von über 5 m und einer Länge von über 10 m ist das nicht mal eben gemacht. Um die die Schornsteine herum wurden zusätzliche Podeste gebaut, um dort später noch arbeiten zu können.

Bis in die Nacht wurde mit Flutlichtstrahlern gearbeitet.

Um die Folie für das Behelfsdach spannen zu können musste zunächst der Dachstuhl auf dem Treppenhausdach rückgebaut werden. Da dieser durch den Nachbau des ursprünglichen Dachstuhls ersetzt werden sollte, war dies sowieso so geplant. Nur regnen sollte es besser nicht. Nach dem Kampf und anschließendem Triumph über den Dachstuhl wurde mit dem Verlierer erhaben posiert 😂.

Dann noch fix alles wegräumen 🐜, ein wenig Folie anbringen und fertig ist das Dach.

Von unten schaut es rieeeesig groß und gaaaanz weit oben aus. Ist es auch.

Vom 07.08. bis 09.08. wird ein Wochenende lang die Arbeit eingestellt und auf Partymodus umgeschaltet. Das „Villa Korn rockt“ Festival findet an diesem denkwürdigem Wochenende zum ersten Mal mit unseren Freunden im privaten Rahmen statt und ist ein voller Erfolg. Wohl denen die da dabei waren und es hautnah erleben durften 😎. Noch Generationen später wird man in Erzählungen von diesem herausragenden Wochenenderlebnis berichten. Natürlich bleiben wir unter den maximal zulässigen 75 Besuchern im Freien, haben ein entsprechendes Hygienekonzept ausgearbeitet und dieses auch konsequent umgesetzt. Hier hat sich am Ende niemand angesteckt! Na ja vieleicht mit ein bißchen Amore aber nicht mit Corona ☝️!

Die Wiesen zum Zelten werden in einen etwas lauteren und in einen etwas chilligeren Bereich aufgeteilt. Es gibt einen Bierwagen und unser großes Zelt in dem wir sonst Holz schleifen wird jetzt als Festivalbühne und Getränkestation umgebaut. Eine Musikanlage mit ordentlich Wumms 🤘 gibt es auch schon länger und wir möchten uns hiermit nochmals für unsere netten und sehr toleranten Nachbarn bedanken. Zwei von Ihnen hatten es auch zu uns geschafft und wurden stellvertrendend für alle Anderen hoffentlich ausreichend versorgt und entertaint. Auf eine Wiederholung in 2021 freuen wir uns schon.

Nach dieser ganz neuen und aufregenden Festivalerfahrung haben wir uns dann wieder unserem Türmchen gewidmet. Wir erinnern uns, der Dachstuhl war zurückgebaut und das grüne riesige Behelfsdach war als Regenschutz bereits installiert. Eine genauere Betrachtung des Turmbodens zeigte an kleineren Stellen schon wieder Holzverfall. Also haben wir den Dielenboden und die Schüttung entfernt um zu gucken und, man ahnt es schon, wir haben immer noch mehr gefunden. Auf der Nordwestseite war alles richtig im A… genau richtig im Argen.

Das macht uns nix, dann wechseln wir eben die westliche Fußpfette und die zwei betroffenen Bodenbalken aus! Und was sehen wir? Neuen Gammel! Arrrghh…🤬 so ein Mist, also muss doch der ganze Boden/Decke (das kommt auf die jeweilige Perspektive an ☝️ 👇) raus.

Sie müssen immer gut Lüften ham se gesagt, lüften Sie ordentlich… ja ja genau… hamwer jemacht. Und nein, das ist keine Badewanne 🛁!

Zu unserer allgemeinen Niedergeschlagenheit gesellt sich Mitte August ein Herr vom Bauordnungsamt, der gehört hat (böse Nachbarn… böse), dass hier wohl eine größere Baustelle wäre und wie es denn mit unserer Baugenehmigung aussieht und wer wir überhaupt sind und was wir hier eigentlich machen? Bauge… äähh was? Baugenehmigung? Ach so ja, nein wir sanieren nur das Dach und bauen alles wieder so auf wie es mal war. Nö nö nö. Alles reden nützt nix, wir brauchen doch eine Baugenehmigung und zwar schnell… sehr sehr schnell. Denn wir können das Dach in diesem Zustand nicht lang ohne größere Schäden offen lassen. Und der Winter naht. Also was machen wir da? Na? Klar, wir bauen zunächst mal ein Behelfsdach unter dem Behelfsdach 🤪. Wenn wir was können dann das!

September

Nachdem die Schornsteine am First so weit fertig waren, musste die Südseite wieder zugedeckt werden. Hier hatten wir wieder unsere Nockenkehlenexpertin Sonja im Einsatz, die das auch schon letztes Jahr souverän gemeistert hat. Blöderweise mussten wir dieses Jahr unterhalb unseres Dachstandpunktes eindecken, da uns die Ziegelreihen quasi zu Füßen lagen. Angenehm ist das so gar nicht. Da kann es einem beim Reverse-Dachdecken schonmal zu Kopf steigen. Auch das Löten der Schornsteineinfassung bot einen abenteuerlichen Anblick. Leben am Abgrund!

Ein paar schöne Aufnahmen von der Südseite unserer Baustelle haben wir mit der Drohne gemacht. Es sieht so aus als stände eine Bank auf dem Dach. Setze dich und geniese die Aussicht 👀.

Nebenbei wurden für den geplanten Treppenhausturm detaillierte Zeichnungen erstellt. Interessierte Leser können sich die Zusammenbauzeichnung gern hier herunterladen. Man weiß ja nie wozu es noch gebraucht werden kann 💪. Wie das dann alles umgesetzt wird erzählen wir euch später in einer anderen Geschichte.

Link: Zeichnung Treppenhausdach

Damit die Schornsteinköpfe ein möglichst langes Leben auf unserem Dach haben und weil wir nun wirklich keine Lust haben da oben nochmal ran zu müssen, haben wir uns entschieden die Köpfe zusätzlich mit Zinkblech zu verkleiden. Da die Form nicht ganz einfach zu fertigen ist, musste ein Großteil der Anpassungsarbeiten auf dem Dach am Objekt selbst erfolgen. Das macht es manchmal nicht so einfach eine saubere Lötnaht zu ziehen. Das Ergebnis kann sich, wie wir finden, trotzdem sehen lassen. Erst recht bei einem dieser wunderschönen roten Sonnenuntergänge.

Den Plan mit dem Nachbau der originalen Schornsteinabfangung und deren Ornamenten hatten wir ja schon zuvor vorgestellt. Nun galt es von der Theorie in die praktische Umsetzung zu gehen. Früher wurden die Ornamente geschmiedet. Hut ab vor den Meistern dieser Kunst. Wir können das so leider nicht ausführen. Aber wir können zeichnen und wir können die Zeichnung zum Laserschneiden geben. Das Resultat sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus. Leider ist unser Baustahl durch die schnelle Abkühlung beim Schneiden aufgehärtet (eigentlich geht das ja gar nicht, weil Baustahl zu wenig Kohlenstoff hat) und wir vernichten zwei Fräser bevor wir uns für’s Weichglühen entscheiden. Das geht zum Glück recht gut, sodass wir die Ornamente nun doch spanend bearbeiten und schweißen können. Nach dem anschließenden Anstrich und dem Zusammenbau kann man sich einen ersten Eindruck vom realen Gesamtgebilde machen. Schön ist das… wirklich schön 🥰.

Ende September ging es dann an die Apfel- und Birnenernte. Leider konnten wir auch dieses Jahr nur einen kleinen Teil unserer Bäume abernten. Hieraus wurde feinster naturtrüber Apfel/Birnensaft gemacht…. hmm lecker lecker 😋.

Auch Brombeeren wurden fleißig von der Chefin geerntet, die diese vorzugsweise zu ihrer leckeren Brombeermarmelade verarbeitet. Vielleicht gibt es nächstes Jahr auch noch ein leckeres Brombeerlikörchen.

Um die Arbeit unseres Schornsteinfegers zu erleichtern, mussten wir noch die neuen Edelstahl-Schornsteinklappen einbauen. Wenn man das mal gemacht hat, weiß man auch, warum sich die Maurer immer so davor streuben. Das ist Fusselarbeit vom Feinsten. Sieht aber am Ende auch gut aus dat Kläppchen.

„Das (!) Brett“ 5 m lang, äußerst unhandlich und ordentlich schwer wurde nach längerer Aufarbeitungszeit wieder an seinem ursprünglichen Ort am nordöstlichen Ortgang angebracht. Zunächst haben wir es aus Zeitmangel nur in der Grundfarbe gestrichen.

Wie „Das (!) Brett“ und das ganze hübsche Holz drumherum ursprünglich einmal aussah kann man sich nachfolgend anschauen. Wieder erwarten war das alles ziemlich bunt und voller schöner Muster 👨🏻‍🎨.

Oktober

Nach und nach war alles soweit vorbereitet und es konnte mit dem eigentlichen Decken des Daches begonnen werden. Immerhin war es schon Oktober und allzuviel Zeit hatten wir nicht mehr bis es unschön werden würde. Los geht es dabei immer mit den Fusselarbeiten, wie den Wandanschlüssen, dem Grat (Definition für Nichtdachdecker: „Der Grat ist das Gegenteil der Kehle.“) und den Gauben. Das kostet erstmal ordendlich Zeit und man sieht kein Vorankommen. Nachfolgend sieht man die erste selbstgeschieferte Gaubenseite des Autors. Stolz ist er …stolz! Das hat auch nur dreimal so lang gedauert wie beim Profi und es ist ungefähr die doppelte Menge an Schieferplatten dabei drauf gegangen aber wie man so schön sagt: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Hmmm… wenn man so genau darüber nachdenkt ist das bei den Dachdeckern wohl doch nicht ganz richtig.

Über dem „alten Bad“ gibt es einen Dachbereich der mit einer kegelförmigen Viertelrundung eingedeckt ist. Bei einer solchen Rundung muss besonders viel geschnitten und angepasst werden, da die Dachziegel, auch Turmbiber genannt, sonst „schnabeln“ und nicht richtig sitzen. Eine äußerst staubige Angelegenheit wie wir feststellen mussten.

Derweil gingen die Vorbereitungen für das Treppenhausdach weiter. Hier wurden zunächst große Schablonen gebaut, um die Zwiebelform auf den Sparren und am Dachanschluss abbilden zu können.

Am 22.10.2020 war Sie durch! Unsere Baugenehmigung für das Treppenhausdach ist da und es ging erstaunlich schnell. Vielen Dank an die beteiligten Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde. Danach hieß es keine Zeit mehr verlieren und ran ans Werk. Die Firstpfette wurde gesetzt und dann ging es Schlag auf Schlag. Die Schiftersparren des Treppenhausdaches wurden über Bohlen mit dem Hauptdach verbunden. Anschließend wurde die Dachprojektion der Zwiebelform am Hauptdach aufgezeichnet um den Anschluß der Schalungslatten zu definieren.

November

Anfang November ist es endlich da! Das Makita Baustellenradio. Lang gewünscht und doch zu teuer, geben wir schlussendlich doch nach und bezahlen gefühlt ein Vermögen für unser musikalisches Entertainment. Endlich kann auf dem Dach getanzt werden 🕺💃.

Zu meinem Geburtstag gab es von meinem Neffen einen lebensgroßen David Hasselhoff Pappaufsteller mit dem wir viel Spaß haben und der seitdem ständig irgendwo auftaucht wo man ihn sicherlich nicht vermutet und sich ordentlich erschreckt. Täuschend echt und verdammt gut schaut er aus der David 😎.

Im fortschreitenden November angelangt, wurde es höchste Zeit die Ziegel auf’s Dach zu bekommen. Jetzt wurde mit höchster Priorität daran gearbeitet, schnell und möglichst viel Dachfläche zuzudecken, was uns im letzten Endspurt nochmal alles abverlangt hat.

Mit Motivation ging es also ans Werk!

Ähhh… nein da stimmt was nicht. Das geht glaub ich anders?

So sieht das schon besser aus!

Bis in die Dunkelheit und die Kälte hinein wurde mit Baustrahlern weitergearbeitet um das Pensum doch noch zu schaffen. Die Zeit lief davon…

Und es war noch sehr viel zu tun!

Soweit wir konnten wurde alles eingedeckt. Leider waren die Restarbeiten am Treppenhausdach und an den Zwiebeldächern der Gauben nicht mehr vor dem Winter schaffbar, sodass wir uns entschieden haben unsere provisorischen Planendächer überwintern zu lassen und zu hoffen, dass ihnen der Schnee nicht allzusehr zusetzt.

Im Haus wurde derweil unser provisorisches Bad winterfest gemacht. Zwischen den Sparen wurde Holzfaserdämmung (ein ganz wunderbarerer natürlicher Dämmstoff der nicht auf der Haut juckt ☝️) eingesetzt um den frostigen Zuständen in unserem Bad entgegen zu wirken.

Auch die Arbeiten am Treppenhausdach gingen weiter. Vor dem Winter war unser Ziel zumindest den weniger aufwändigen hinteren Teil des Dachstuhls fertig zu stellen und diesen anschließend mit Unterspannbahn vor Regen und Schnee zu schützen. Also wurden fleißig Balken, Bohlen und Latten geschnitten und gewerkelt bis schließlich nur noch die Rundung vorn einzuschalen war. Nur noch jaja… 🤪

Dezember

Im Dezember wurde sich auf einen harten Winter vorbereitet. Da wurde unter anderem Holz sicher und trocken eingelagert und vor allem unsere mitlerweile ordentlich chaotische Baustelle aufgeräumt. Hierbei wurden auch ganz neue Methoden zur übersichtlichen Werkzeugaufhängung entwickelt.

Im Garten war auch noch genug zu tun, so musste unser schönes altes Tor vom gefährlich heranwachsenden Hasselnussstrauch befreit werden. Da wir die Haselnuss im letzten Jahr nicht geschnitten hatten, war der Strauch mittlerweile schon ordnentlich in die Höhe gewachsen. Zum Glück gab es Unterstützung beim Sägen und Wegräumen. Vielen Dank dafür 👍.

Auch unser Garagendach musste noch vor dem Winter das ein oder andere notdürftige Pflaster bekommen. Die alte Dachpappe hat mittlerweile mehr Löcher als ein Schweizer Käse. Das Dach muss dringend erneuert werden, bevor uns noch der wunderschöne Dachstuhl und alles was darunter liegt wegfault. Übrigens ist das die älteste erhaltene Garage in Thüringen ☝️. Baujahr 1910! Uns blutet das Herz dieses Thüringer Denkmal so verfallen zu sehen, aber wir sind guter Hoffnung, dass wir diese Baustelle vielleicht im nächsten Jahr in Angriff nehmen können.

Im Haus wurden derweil Schränke aufgeräumt, viele Sachen aussortiert und der alte Salon wieder hübsch hergerichtet.

Aber da fehlte noch was! Eine verborgene Tür! Nach über fünfzig Jahren Dornröschenschlaf wurde endlich die alte Salontür wieder freigelegt. Zum Glück war sie soweit noch unversehrt geblieben. Sogar die Schlüssel waren noch vorhanden. Ein wahres Prachtstück. Mit vielen verspielten Verzierungen und den schönen Messingbeschlägen war die Freilegung der Salontür ein sehr glücklicher Moment 🥰 in diesem Jahr. Werte Damen und Herren: „Der Salon ist eröffnet!“.

Draußen gingen zwischenzeitlich die Arbeiten an der vorderen Rundung des Treppenhausturms weiter. Die Sparren wurden alle 15° gesetzt, damit das auch eine runde Sache wird. Das wiederum macht die Einschalung des Dachstuhls sehr aufwändig und langwierig aber so eine rießen Holzzwiebel sieht halt auch verdammt gut aus 😍!

Am Ende des Jahres wurden die Dachrinnen vom Herbstlaub befreit. Sehr viel Laub war das ja wirklich sehr viel… Du kannst jetzt übrigens aufhören auf das Bild zu starren, das geht endlos so weiter 😉.

Der Winter ist eingekehrt in der Villa Korn. Der Garten und das Haus sind in in ein ganz hübsches Weiß getaucht. Alles ist ruhig und entspannt. Auch wir schalten einen Gang zurück, erholen uns etwas und feiern ein gemütliches Silvester im engsten Kreis. Auch mal schön. Nachfolgend erwarten den Leser ganz ganz wunderbare verzaubernde Winterimpressionen… in Weiß 🥶

Wir beenden hiermit das Jahr 2020 und freuen uns auf ein ebenso tolles und ereignisreiches Jahr 2021 mit euch 🤗.

Allen interessierten Lesern, die bis hierin durchgehalten haben, wünschen wir ein schönes und gesundes neues Jahr 🥳.

2 Gedanken zu „Jahresrückblick 2020 – ein verrücktes Jahr – Part 2: Juli bis Dezember

  1. Liebe Baufrauen und liebe Bauherren, Bad Köstritz, den 6.2.21
    liebes Quartett + Klein Bruno,

    wir senden euch ein Lebenszeichen und hoffen, es erreicht euch alle bei guter Stimmung und Gesundheit. Er ist nun endlich angekommen, euer kleiner Bruno. Ihr sorgt nun schon für Verstärkung in eurer Sippe. Was für ein Wunder der Natur, die Anspannungen sind endlich vorüber, Glückwünsche nochmals von uns beiden an euch, Sonja und Dennis.

    Ich sitze im bequemen Armlehnstuhl, im temperierten Zimmer, mit einem Hexenschuss und kann somit in dieser positionierten Stellung recht gut die Computertasten betätigen und meinen Kopf anstrengen um euch zu schreiben. Draußen schneit es ununterbrochen. Laufen und Treppensteigen fällt mir im Moment etwas schwer. Lieber Henry, du hast wieder eine tolle Zusammenfassung in Worte und Bilder über die beiden verflossenen Bauhalbjahre ins Netz gesetzt. Vieles davon ist für uns neu und wir bestaunen die Vielfalt deiner Dokumentation, sehr aufschlussreich, in kurzen Worten, ganz prima, toll.

    Es arbeitet derzeit keiner in der kalten Jahreszeit bei euch. Schließlich ist noch Winterzeit, eine besondere Ruhephase, ihr seid noch nicht aktiv, schöpft Kraft für den Weiterbau, es ist gut so. Ich will zu Anfang nur noch eins erwähnen. Ihr habt eine gute Seele in der Villa, namens Karin, meine liebe Schwester. Es ist doch schön zu wissen, und es beruhigt euch bestimmt, hoch im Norden, wenn die Villa bewohnt und bewacht ist und eine Chefin sich darin befindet, die das Zepter in der Hand hält, in eurer Abwesenheit. Ich bewundere sie, sie ist tapfer und erledigt mit ihren Kräften, das alles, was in der Woche so abläuft. Die turbulenten Stunden kommen erst, wenn die vier + 1 Bauwilligen, die Jugend vom Norden anrückt, sie mit für das leibliche Wohl sorgt. Sie macht es gern, doch es muss alles verkraftet werden, denn es zieht während dieser Zeit auch Unruhe in die Villa ein.

    Und nun fange ich erst einmal so richtig an, um meine gespeicherten Ideen niederzuschreiben, bezogen auf Henrys neuen Ausführungen. Kennt ihr das schöne Lied aus der Kindheit? „Wer will fleißige Handwerker seh`n“, na dann, weiter nach meinem Wunsch, der muss ins Netz schauen oder nach Pößneck – Schlettwein geh`n. Ich muss nur noch einmal kurz einflechten, es hat wirklich niemand von unserer gesamten Familiensippe geglaubt, dass ihr ohne Firmenhilfe ein so denkmalgeschütztes Ensemble in idyllischer Lage in so einem Bauzustand beginnt und es bis jetzt toll in einen bewundernswerten Zustand von oben beginnend aufarbeiten wollt. Ganz bei Null in den Baubranchen anzufangen und gemeinsam gleichzeitig mit euren begeisterten jungen Frauen so etwas zu stemmen, ist für euch verdammt schwer. Aber, ihr schafft das, immer optimistisch sein.

    Wir beide können ein Lied davon singen, und können alles nachempfinden, aber bei weitem nicht konkurrieren. Glaubt uns, wir wissen aus eigener Erfahrungen, wie es ist, wenn man alles versucht mit eigenen Händen, mit eigenen Kräften und mit eigenem normalen Geldbeutel sich Bauwerte zu schaffen. Denn ihr seid keine Unternehmer, gebt nur die Knete aus, die ihr im Portemonnaie habt, seid keine Großverdiener, habt keine Erbschaft erhalten und seid keine Millionäre, sondern arbeitet alles selbst der Reihe nach ab und bleibt auf dem Teppich. Aber ohne Schulden geht es nicht. Wir hatten vor ca. 25 Jahren einen KfW Kredit bei der Deutschen Bank aufgenommen. Heute gibt es Baukredite mit weit günstigeren Zinsen.

    Fachliche Hilfe und große Unterstützung erhaltet ihr von euren Freunden Steffen und Markus, die goldene Hände haben. Beiden muss man ein sehr großes Lob aussprechen für die bisher geleisteten komplizierten und komplexen Arbeiten an euren Projekt. Auf den vergangenen Abschlusszeugnissen bei euch stehen die Berufsbezeichnungen bestimmt nicht, wie z.B.: Gerüstbauer, Maurer, Dachdecker, Zimmermann, Anstreicher, Schweißer oder Elektriker, in diesem Zusammenhang frage ich mich, wie viele dicke Bretter wurden in der gesamten Zeit von euch schon gebohrt? Das verdient Hochachtung. Und es hört bei weitem nicht auf, das Malochen, Arbeiten, Schuften und wie all die Bezeichnungen heißen, schaffe, schaffe u.s.w.

    Schade, dass Henry die Bilderfolge nicht nummeriert hat. So bewundern wir alle eure beiden jungen Frauen, wie sie mit großer Energie und Mut hoch oben auf dem Dachstuhl bei jedem Wetter bis in die Abendstunden Einsatz gezeigt haben. Ihr seid tolle Mädels, Sonja und Barbara. Ihr habt schon lange alle immer „auf dem Seil in luftiger Höhe getanzt“, mit komplizierten Arbeiten, wie die Artisten und wieder erscheint ein schönes Bild von Dennis, wie er nach „den Sternen greift“, gleichzeitig hoch auf der Villa was Gutes tut, nämlich den Schornstein verschönert. Es ist herrlich, in einem Bild erscheint auch Donald mit Hut, er ist willig und beim kleinen Umzug auch etwas tut.

    Was bei euch sehr schön ist, ist die Gelassenheit, das tolle Miteinander, was wir bei euch spüren, dass das auch immer so bleiben soll, dass wünschen wir euch. Dann macht das Arbeiten und Leben in solch einer Kommunität auch richtig viel Spaß. Auf eine Bitte reagiert bei euch niemand mit einem Nein, ihr seid wie eine Familie. Wer ist denn eigentlich bei euch der „Meister“ persönlich, der die Hosen anhat, das Sagen hat und die Schubkarre fährt, der scharfe und klare Worte und Anweisungen gibt? Ich stelle mich bei so einem Kollektiv gern zur Verfügung (Scherz vom Onkel Eberhard). Ich habe noch viel mehr Gedanken in petto für euch, aber ich muss für heute leider beenden. Ich hoffe nur, dass die angekündigten Schneelasten und Stürme bei euch an den Abdeckungen und Gerüsten keinen Schaden anrichten.

    Noch als kleine Anmerkung zum Schluss, ist aber sehr wichtig: Achtet bei all euren Tätigkeiten auf den Arbeitsschutz. Seid nicht leichtsinnig und macht keine riskanten Sachen! Ihr wisst gewiss was ich meine und worauf ich hindeute, also Achtung!

    Noch eine schöne Winterpause, bis es bei euch gemeinsam weiter nach Tatendrang nur so sprudelt.

    Viele herzliche Grüße und noch einen schönen weiß verschneiten Sonntagwünschen euch von Haus zu Haus

    Eberhard und Angelika

  2. Liebe Sonja, Dennis, Barbara, Henry und Steffen,
    hautnah erlebe ich die Restaurierung an der Villa Korn. Es gehört viel Enthusiasmus dazu so ein großes und altes Bauwerk wieder instand zu setzen. Bis auf eure Freunde, die euch ab und zu unterstützend beraten, seid Ihr eigentlich keine Leute vom Fach. Ihr habt euch viele Arbeiten selbst beigebraucht und das mit Bravour. Das muss mal gesagt werden. Oft habt ihr bis ans Limit eurer Kräfte gearbeitet und dabei auch sehr viel erreicht. Ich freue mich und bin sehr stolz auf euch, dass ich noch miterleben kann, wie die Villa von Jahr zu Jahr im neuen Glanz erscheint. Dafür danke ich euch allen. Trotz immer wieder auftretender Schwierigkeiten habt ihr nicht die Flinte ins Korn geworfen.

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