2021 – kurz, spät und unvollständig

Das erste Quartal des Jahres 2022 ist schon lange passé und noch immer steht ein Rückblick auf das Jahr 2021 aus. Da die Detailgenauigkeit des vorherigen Rückblicks sowieso nicht mehr erreicht werden kann, folgt nun eine knappere Übersicht.

Wie immer war unser Jahr sehr ereignisreich. Wir haben wieder vieles geschafft, an der einen oder anderen Stelle sind wir aber auf unterschiedliche Art und Weise von der Jahresplanung abgewichen.

Die wichtigsten Stichworte bzw. Themenbereiche des Jahres sind die Sanierung des Garagendaches, einige liebevolle Detailarbeiten am Hauptdach, der Wiederaufbau der Eingangstorpfeiler, die Begehbarkeit der Brunnenstube, Gäste, Helfer und Events, Baumschnitt und –fällarbeiten und das neue Wissen über die Historie des Hauses.

Der Jahresrückblick fällt dieses Jahr etwas kürzer aus. Das muss er leider, sonst schaffen wir gar keinen.

Januar

Im Winter fahren wir unsere Aktivitäten schon traditionell etwas runter und tanken neue Energie für das kommende Jahr. In diesem Jahr waren einige Gruppenteilnehmer anderweitig mit der Erwartung des neuen Villa-Bewohners beschäftigt. Der Rest hat zumindest Kurzaufenthalte zur Villa unternommen. Der Winter hatte der Villa hart zugesetzt. Die Temperaturen waren besonders niedrig, außerdem gab es mehr als ein Schneeereignis mit zwischenzeitlichem Tauen, was ein eisiges Dach zur Folge hatte.

Wer im Winter in der Villa schlafen möchte, braucht (noch) ein besonders dickes Fell oder mehrere Decken und Wärmflaschen.

Ende Januar waren wir dann einer mehr.

Februar

Ein hübsch verschalter Treppenhausturm bekommt einen Schutzüberzug – ein weiterere Wintereinsatz. Die harmlosen Bilder verheimlichen den besonderen Bademeistereinsatz. Das Behelfsdach, dass bis dahin den Turm geschützt hat, hatte sich zum Wasserauffangbecken gewandelt. Eisiges Wasser schöpfen ist nur was, für besondere Liebhaber des Altbaus mit erhöhter Motivation.

März

Im März bekamen wir einen erfreulichen Brief. Für die Sanierung unseres Garagendaches sollten wir eine Förderung bekommen. Das hat uns natürlich sehr gefreut, gleichzeitig mussten wir dadurch etwas umplanen.

Besonders viele Einsatztage auf der Baustelle gab es weiterhin nicht. Bei einem winterlichen Kurzeinsatz haben Henry und Dennis ein paar Sturmschäden beseitigt. Ansonsten haben wir auf den Frühling gewartet und unserem Baby beim Wachsen zugeschaut.

April

Im April ging es dann direkt los mit der Garage. Wir dachten, wir machen das schnell, dann ist dieser Teil der Jahresaufgaben erledigt. O-Ton Dennis: „In zwei Tagen ist das Dach abgerissen, dann schmeißen wir eine Plane drüber und machen weiter, wenn wir Zeit haben.“ Aus ein paar Tagen wurden leider ein paar Wochen…weiteres unter „Mai“…

Mai

Im Mai haben wir, wie eigentlich in jedem Jahr, die Geschwindigkeit erhöht. Die etwas höheren Außentemperaturen machten auch das Gästezimmer wieder bewohnbar, sodass wir auch wieder häufiger Besuch hatten.
Wie schon im April war das wichtigste Thema des Monats unsere Garagendachsanierung. Am Monatsanfang haben wir sie noch zu Ende leergeräumt. Ein paar spannende Fundstücke sind dabei aufgetaucht, aber natürlich auch einiges, stark in die Jahre gekommenes Werkzeug und sonstige Sammelgegenstände. Nachdem die Garage leer war, ist dann auch in unseren Köpfen die Erkenntnis angekommen, dass der Dachstuhl eine Grunderneuerung brauchte. Das bedeutete sehr viel mehr Arbeit als geplant (wie so oft), ebenso mehr Holz sowie Holzschutzmittel. Wir haben jeden Balken einzeln gesichtet.

Für unsere Garage gab es Lehestener Schiefer. Ein paar Touren mit dem Hänger durch den Gerüstbauer unseres Vertrauens und schon lagen die Schätze im Garten. Danach ging es ans Sortieren. Geholfen hat hier mal wieder Heiko, unsere häufige Rettung in der Not.

Ansonsten hatte der Mai noch einiges zu bieten. Wir konnten unsere ersten Campinggäste empfangen, die sich über den Garten und das Duschhaus freuen. Dadurch gab es direkt zu Anfang des Sommers recht viel Leben im Außenbereich.

Der Treppenhausturm bekommt Fenster, die aufwendig gearbeitet werden. Ein wenig Zeit konnten wir im Mai schon in die Fensterrahmen stecken. Ein weiteres Dauerprojekt, das immer mal wieder etwas Aufmerksamkeit bekommt, ist das zukünftige Zimmer von Dennis und Sonja. Die Abendstunden hat Dennis gerne dazu genutzt ein wenig die Elektrik vorzubereiten.

Neben den Arbeiten an der Villa, wurde es beruflich etwas voller bei uns. Die Kurzarbeit von Dennis war plötzlich gar nicht mehr kurz und für Sonja hat sich auch unerwartet ein Arbeitsverhältnis ergeben. Das war gut und schlecht gleichzeitig. Wir freuen uns, dass Teile des Teams den Lebensunterhalt erfolgreich im Homeoffice bestreiten können, aber natürlich mussten plötzlich neben Baby und Villa noch einige Arbeitsstunden in der ansonsten schon recht vollen Woche untergebracht werden.

Juni

Selten, aber es gibt sie, diese Momente in denen einfach nur die Seele baumelt. Manchmal testen wir eben aus, wie sich unsere Campingplatzgäste wohl fühlen, wenn sie unser Grundstück einfach nur genießen dürfen.

Garagendach: Es geht weiter, keine Abriss mehr sondern Aufbau – wuhuu. Das Garagendach wird geschalt.

Unschön. Irgendwie gab es große Dachpappenfans im Haus. Da es nach wie vor in die meisten Schuppen rein regnet, verstehen wir den Impuls Dächer fix mit Dachpappe abzudecken, aber in der Regel werden die Dächer schnell wieder brüchig, besonders wenn einfach nur weitere Lagen Dachpappe ergänzt werden und am Ende sitzt man auf jeder Menge Sondermüll. Schön war dieses Dachpappenlager, dass wir in unserer Brunnenstube entdeckt haben. Da die Brunnenstube 2021 einen besonderen Auftritt bekommen sollte, musste die Dachpappe weg…wir haben also aufgeräumt.

Ein weiteres großes Projekt des Jahres war unser Eingangstor. Aufgrund eines Versicherungsschadens wurde die Baumaßnahme vorgezogen und neue Torpfeiler aufgebaut. Zum Nachbau der Zierelemente mussten diese abgenommen werden, um eine Schablone zum Gießen der neuen Elemente bauen zu können. Los ging es damit im Juni.

Juli

Der Juli stand ganz im Zeichen des Brunnenkellers. Der Raum war nun leer, aber noch lange nicht nutzbar. Henry und Heiko haben keine Kosten und Mühen gescheut und den wahrscheinlich modernsten Raum der Villa errichtet. Es gibt jedenfalls jede Menge Steckdosen und Lichtinstallationen. Außerdem hat der Brunnen eine schicke Abdeckung aus alten Dachlatten und einer Tischplatte bekommen, sodass man sicher hineinsehen kann. Wenn man bei uns an der Theke sitzen möchte, muss man also ein kleines Stückchen unter die Erde klettern…abendteuerlich.

Natürlich waren wir nicht nur unter der Erde unterwegs, sondern auch wieder mal nah am Himmel. Ein paar Blecharbeiten wurden erledigt, damit es nicht seitlich unter unser neu gedecktes Dach regnet.

August

Im August war unser Tor weit offen. Wir haben eine Wiederholung unseres kleinen Gartenfestes, dem Villa Korn rockt durchgeführt. Dieses Jahr gab es ähnlich viele Gäste, etwas geringere Temperaturen und zum ersten Mal Livemusik. Außerdem hatten wir ein besonderes Schmankerl mit unserer Brunnenstube, die plötzlich tanzbar war. Vor dem Festival gab es traditionell einige Aufräumarbeiten, was sicher nicht schlecht ist, um das totale Chaos zu vermeiden. Danach folgten dann, ebenso traditionell, die geschwindigkeitsarmen Aufräumarbeiten.

Wir denken regelmäßig an vieles und sind oft fleissig. Wofür aber quasi nie Zeit da ist, ist für gemeinsame Fotos. Also haben wir uns endlich mal zusammengerissen und einfach nur in die Kamera gelächelt. Als Fotograph musste kurzerhand einer unserer Campinggäste herhalten … und das obwohl das Weinglas und der Stuhl Richtung Sonnenuntergang schon bereit standen. Also wer uns noch nicht kennen sollte TADAA das sind wir:

Die zweite Augusthälfte war dann leider sehr verregnet, wodurch wir in unserem Eifer stark ausgebremst wurden.

Zum Glück war über dem Zwiebelturm noch ein provisorisches Dach. Henry konnte also die Blecharbeiten am Turm beenden und dem Türmchen die Unterwäsche anlegen. Jetzt war es bereit für den Schiefer.

Randbemerkung: Im bisherigen Jahresrückblick ist der Zwiebelturm leider untergegangen. Auch hier haben wir wieder fleissig das Skelett ausgeschnitten, auf’s Dach gebracht und ausgerichtet und danach eine Schalung aus Dachlatten gebaut, bis fast eines der GbR Mitglieder im Turm eingebaut worde wäre. Der erste Zwiebelturm hatte einen eigenen Beitrag bekommen, bei Interesse kann man ihn sich hier nochmal anschauen: http://www.villa-korn.de/2019/05/22/zimmermannskunst-fuer-laien/

Eine schnelle Inventur hat ergeben, dass unsere Schieferreste nicht für den Turm ausreichen. Also sind wir zum Monatsende nochmal shoppen gegangen. Schnell den Hänger gefüllt und vor Ort wieder geleert … jetzt reicht es hoffentlich für die letzten kleineren Schieferprojekte.

September

Der September zeigte sich von seiner besten Spätsommerseite. Es wurde nochmal so richtig schön und unsere Motivation stieg. Auch Dank unseres workaway Helfers Adria. Ganz tapfer hat er alle Arbeiten erledigt, die wir ihm aufgetragen haben. Vom Ziegelschneiden, über Babysitten bis zu Kiesschaufeln

Spaß hatten wir auch

Eines der Highlights in diesem Jahr war unsere Teilnahme am Tag des offenen Denkmals. Zwischenzeitlich hatten wir unsere Anmeldung eher bereut, weil wir nicht so richtig wussten, was auf uns zukommen würde. Dann kam der Tag mit bestem Spätsommerwetter und wirklich vielen interessierten Gästen. Niemals hätten wir mit so viel Besuch gerechnet, Dank unserer Helfer und der guten Stimmung vor Ort, verbuchen wir den Tag aber gerne als Erfolg. Es wird sicherlich eine weitere Teilnahme geben, allerdings haben wir beschlossen, dass wir 2022 erstmal pausieren.

Toll war auch, dass einige Gäste etwas Wissen, kleine Geschichten oder handfeste Dokumente mitgebracht haben, wodurch für uns ein Tor in die Geschichte der Villa eröffnet wurde. Es folgten im Laufe des Jahres weitere Fundstücke wie beispielsweise tolle Artikel einer Architektenzeitschrift.

Es ging außerdem weiter mit unserem Eingangstor. Der zweite Pfeiler musste so langsam auch mal weichen. Ursprünglich hatten wir vor die Steine aufzubewahren, da sie wirklich schwer zu bekommen sind. Da aber die Sonne und vermutlich mehrere millionen Ameisen den Steinen ganz schön zugesetzt hatten und sich für uns eine neue Steinquelle ergeben hatte, wurde er anfangs zärtlich, später rigoros demoniert. Anne und Adria hatten hier erfolgreich ihre Einsätze, was uns mal wieder sehr geholfen hat. Danke und muchas gracias.

Henry musste ja leider sehr viele Arbeiten alleine erledigen, weil alle anderen mit Arbeiten oder Baby beschäftigt waren. Er hat die Zähne zusammengebissen und sich einfach mal nebenbei das Spenglerhandwerk beigebracht. Besonders Ende September gab es viele verschiedene Blecharbeiten für Henry zu erledigen. Der Treppenhausturm brauchte eine Regenrinne, außerdem musste er irgendwie an das Hauptdach angebunden werden. Genauso unser neuer kleiner Zwiebelturm.

Wir haben übrigens auch wieder ein paar Äpfel geerntet. Die Apfelsaftmenge ist im Vergleich zum Vorjahr nochmal ganz gut gestiegen. Außerdem hat Henry einen Lagerungstest durchgeführt und wir haben eine Reise zu einem der letzten lokalen Pomologen unternommen.

Oktober

Besondere Aufmerksamkeit hat diesen Oktober unsere wunderschöne Rotbuche bekommen. Vielen Dank an das Team Baumschnitt aus Hamburg Andreas, Marv, Marie und William, die ihre Herbstferien bei uns verbracht haben. Am Boden hat der Rest der Familie ebenso großen Einsatz gezeigt und unseren schlimmen gewachsenen Holzberg minimiert. Natürlich gab es auch Grillabende und Ausflüge.

Nicht nur die Rotbuche hat eine neue Frisur bekommen, auch sämtliche Obstbäume durften eine Pflegekur über sich ergehen lassen. Eine weitere erfreuliche Förderung wurde uns dieses Jahr gewährt. Mit Hilfe des Streuobst-Netzwerkes Ostthüringen konnten wir eine Förderung zur Pflege von Fallobstwiesen beantragen. Unsere zahlreichen alten Obstbäume bekamen dadurch Ende Oktober einen Sanierungsschnitt.

Auch schön, aber ausnahmsweise ohne Foto, der kleine Schieferturm wurde geschiefert und hat eine schicke Spitze bekommen (Henry und das Blech mal wieder 🙂

November

Wir freuen uns auf unsere Heizung. Also haben wir den Heizungskeller direkt ausgeräumt. Natürlich hat das alles wieder länger gedauert als geplant, mittlerweile sind erste Teile der Heizungs eingetroffen, aber immerhin war schonmal Platz geschaffen.

Dezember

Im Dezember haben wir die meiste Zeit in Seevetal bzw. Hamburg verbracht. Ein paar verschneite Eindrücke gibt es, ein wenig Wintersicherung hat Henry betrieben und den zukünftigen Heizungsraum weiter vorbereitet. Ansonsten hat Henry viel Zeit in Recherchearbeiten zur Historie der Villa gesteckt. Wir anderen haben uns ein wenig von der Villa erholt und eher nicht ganz so viel gemacht. Naja Dennis hat natürlich wie immer wild rumgerechnet und weiter sehr viel über Heizungen gelernt.

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